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Schmerzen oder Entzündung nach Wurzelkanalbehandlung: Was nun?  
  
Zahn erhalten oder raus damit?  
  
In mässigem Umfang sind Schmerzen nach einer Wurzelbehandlung normal. Wenn sie aber so stark werden, dass Sie schon stark an eine Schmerztablette denken müssen, wenn Sie auch schon bei leichter Berührung des Zahnes Schmerzen haben oder wenn der Schmerz pocht, besteht die Gefahr, deutet dies auf eine Entzündung hin, die dringend behandelt werden muss. Wenn man jetzt zu lange wartet, kann es nötig werden, den Zahn doch zu ziehen. Der Zahnarzt wird jetzt vielleicht ein Antibiotikum verordnen, er wird den Zahn so einschleifen, dass er keinerlei Kaudruck bekommt, und er kann mit einem Medikament für Druckausgleich an der Wurzelspitze sorgen. Denn hierher, von der Wurzelhaut und dem Knochen, kommt der Schmerz durch Reizung, Druck, Entzündung.  
  
Später einsetzende Schmerzen deuten auf eine Entzündung um die Wurzelspitze hin, die nicht mehr von alleine verschwindet und die sich im Röntgenbild durch Knochenauflösung nachweisen lässt.. Auch wenn der Schmerz vorübergeht, kann sich die chronische Entzündung langsam im Kiefer ausbreiten, um vielleicht nach Tagen, vielleicht nach Monaten oder Jahren ohne Vorwarnung plötzlich zu einer akuten Eiterung, einer „dicken Backe“ zu führen. Und in der Zwischenzeit belastet der Entzündungsherd Ihre allgemeine Gesundheit, z.B. die des Herzens. Eine rein medikamentöse Therapie mit Antibiotika ist genauso sinnlos wie das Parfümieren einer Kloake: Die Ursache muss eliminiert, nicht desinfiziert werden. Denn die Bakterien kommen immer wieder, wenn sie Nahrung finden.  
  
Wenn die Ursache in Form einer weniger perfekten Wurzelfüllung erkennbar oder auch nur stark anzunehmen ist, sollte jetzt eine Revision, also eine aufwendige perfekte Erneuerung der Wurzelkanalbehandlung versucht werden.  Allerdings kann das noch deutlich schwieriger sein als eine perfekte Wurzelfüllung eh schon ist: Das Gewebe ist schon entzündet, die alte Füllung muss erst entfernt werden, falsche Stufen in der Kanalaufbereitung müssen überwunden werden. Hierzu gehört auf jeden Fall besonders viel Aufwand, Können und Erfahrung. Die Frage ist berechtigt: Warum nicht gleich das Beste?
Die nächste Möglichkeit ist, die Entzündung an der Wurzelspitze chirurgisch zu entfernen, meist zusammen mit dem Kürzen der Wurzelspitze, der Resektion. Dies ist sinnvoll, wenn die Ursache nur in einer sonst nicht erreichbaren deltaförmigen Verzweigung des Kanals zu sehen ist. Nach Möglichkeit wird dann auch noch eine winzige Füllung in den Kanalquerschnitt gelegt, um ihn abzudichten. Allerdings sind die Erfolgsaussichten begrenzt.  
  
Wenn nach Röntgenbild nur eine von mehreren Wurzeln eines Backenzahnes betroffen ist, kann es sinnvoll sein, diese eine Wurzel ganz abzutrennen und herauszunehmen. Man nennt das Hemisektion. Der Zahn kann dann ganz oder teilweise erhalten werden, wenn auch mit vermindertem Fundament.
Erst wenn diese drei Trumpfkarten ausgespielt sind, muss im Extremfall der ganze Zahn aufgegeben werden. Schade, aber nicht immer vermeidbar!  
  
  
  
  

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