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Muss er wirklich raus?  
Nein, wenn er nicht entweder den Halt fast vollständig verloren hat und wenn der nicht der Länge nach bis in die Wurzel gebrochen ist. Aber Sie müssen abwägen: Lohnt sich der Aufwand mit zahnerhaltenden Massnahmen wie Wurzelkanalbehandlung eines hochgefährdeten Zahnes beim Spezialisten, Zahnfleischbehandlung etwa mit aufwendigen Operationen und teuren Materialien ohne Erfolgssicherheit? Lohnt sich der Aufwand angesichts des Gesamtzustandes Ihres Gebisses und angesichts der Möglichkeiten, ohne den betreffenden Zahn eine stabile und schöne Lösung zu finden, etwa mithilfe eines Implantats? Je komplizierter die Situation ist, desto kritischer kann die Entscheidung zwischen Herausforderung und Leichtsinn, zwischen Kraftakt und Verschwendung sein. 
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Sollte ich eine zweite Meinung einholen?  
Es gibt - nicht nur in der Medizin - oft eine verwirrende Fülle von wirklich oder nur scheinbar widersprüchlichen Informationen und Meinungen. Wenn Sie nicht wissen, anhand welcher Kriterien Sie einen Behandlungsvorschlag Ihres Zahnarztes einschätzen können, werden Sie voraussichtlich mit einer zweiten Meinung genauso unsicher sein, und spätestens nach der dritten Meinung sind Sie nur noch verunsichert.  
Dabei gibt es ein paar klare Kriterien:  
- Bildet sich Ihr Zahnarzt engagiert und vielseitig oder gerade so pflichtgemäss fort?  
- Bietet Ihr Zahnarzt Ihnen nachdrücklich eine intensive Prophylaxe-Betreuung mit regelmässigen Professionellen Zahnreinigungen mit Messung und Dokumentation der Hygiene und der Zahnfleischgesundheit an?  
- Kümmert sich Ihr Zahnarzt in erster Linie um akute Beschwerden oder untersucht er regelmässig und sehr gründlich auf versteckte Karies und auf Zahnfleischtaschen, wozu immer eine Taschensondierung und gelegentliche Röntgenkontrollen gehören? Lässt er Sie mit der Verantwortung für Ihre regelmässige Kontrolle und Vorsorge allein oder bietet er ihnen wirksame Unterstützung an, etwa durch langfristige Termin-Vorausplanungen oder Erinnerungen?  
- Hat Ihr Zahnarzt nach detaillierter Untersuchung mit Ihnen ausführlich über alle Aspekte Ihrer Zahngesundheit gesprochen und erklärt er Ihnen Vor- und Nachteile verschiedener Behandlungsmöglichkeiten unter sachlichen und finanziellen Aspekten? Behält der unter allen Umständen, auch bei finanziellen Engpässen, das Ziel der langfristigen Zahnerhaltung im Auge?  
- Benutzt er immer oder zumindest häufig eine starke, möglichst mikroskopartige Lupenbrille mit schattenfreier Tiefen-Ausleuchtung direkt am Kopf?  
Wenn Sie hier überall „Ja“ sagen können, brauchen Sie keine zweite Meinung, sondern können alle vernünftigen Alternativen mit ihm - oder ihr - vertrauensvoll abwägen. Mehrere Möglichkeiten gibt es immer, und jeder gute Arzt diskutiert sie gern mit Ihnen.  
Und was das Finanzielle angeht: Die Bäume wachsen nicht endlos in den Himmel, und jeder Arzt, dessen Leistungen den geforderten Preis nicht rechtfertigen, wird vom Markt verschwinden, weil es sich herumspricht, dass ein anderer sehr gute Leistung billiger bringt. Andererseits kann auf die Dauer keiner eine sehr gute Leistung unter Preis anbieten, weil die Substanz bald aufgezehrt sein wird.  
Oft ist es besser, bei einem finanziellen Engpass eine Teillösung in hoher Qualität anzustreben, eventuell ohne Gold und mit Abstrichen in der Kosmetik, mit der Aussicht, sie später auszubauen, als heute eine billige Komplettlösung zu machen, die sich fast immer im Nachhinein als Fehlinvestition entpuppt, weil sie die Erwartungen nicht erfüllt: Passt nicht so gut, hält nicht so lang, kaut schlecht, tut weh, sieht nicht gut aus, trägt sich unkomfortabel und und und... „Billig“ ist oft teurer als „teuer“, weil man nicht bekommt, was man wollte und dann alles Geld zum Fenster rasugeworfen ist. Hat man unnötig teuer bezahlt, was man wollte, ist wenigstens der Grossteil des Geldes gut angelegt.  
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Sollte ich meine Amalgamfüllungen entfernen lassen?  
Nein, wenn Sie nur Angst vor Amalgam haben, weil es angeblich giftig sei und Sie statt Amalgam eine einfach Kunststoffüllung bekommen, die statistisch noch viel weniger lange hält als Amalgam und oft noch zusätzlich kostet.  
Ja, sofort, wenn die Amalgamfüllungen älter als ein paar Jahre sind uns sich an den Rändern zunehmend undichte Stellen finden, die je länger je sicherer zu Problemen führen: Erstens kann an jeder Undichtigkeit neue Karies entstehen, Sekundärkaries, die tief und unbemerkt den Weg zum Zahnnerven findet. Zweitens findet im Randspalt Korrosion statt, was auf das gleiche herausläuft wie das in Felsspalten eingedrungene kleine bisschen Wasser, das als Eis im Winter den stärksten Fels sprengen kann.  
Nachdem mit der Direkten Nanokeramischen Rekonstruktion eine nicht nur preiswerte, sondern auch langlebige und perfekt unsichtbare Art der Kariestherapie verfügbar ist, fällt die Entscheidung zur dauerhaften Amalgamalternative leicht. 
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Greift Bleaching Zähne und Zahnfleisch an?  
Jein, eher Nein! Zumindest ist auch nach langjährigen intensiven Erfahrungen, speziell in den USA, mit teilweise exzessivem Bleichen kein seriöser Bericht über nachhaltige Zahnschäden aufgetaucht. Feinstrukturell sind zwar minimale Veränderungen beobachtet worden, Auswirkungen aber nicht. Fachgerechte Durchführung ist allerdings Voraussetzung! Insbesondere beim zahnärztlichen Bleichen eines toten Zahnes von innen könnte die Wurzelhaut und der Knochen geschädigt werden, wenn das Bleichmittel zu tief eingebracht wird oder die Wurzelfüllung nicht perfekt dicht ist. Vorübergehende Reizungen des Zahnfleischs und Empfindlichkeiten der Zahnhälse sind dagegen möglich und der Grund dafür, dass starke Bleichmittel nur von Profis gehandhabt werden dürfen! Durch Kombination des Bleichmittels mit niedrig dosiertem Fluorid lässt sich sogar ein besonders intensiver Kariesschutz „nebenher“ erreichen. Also: Nein, Bleaching schadet wirklich nicht! 
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Was tun bei Zahnschmerzen?  
Zahnschmerzen sind fast immer ein Alarmsignal, das Sie schnellstens zur fachlichen Untersuchung durch Ihren Zahnarzt leiten sollte. Zwar gibt es durchaus auch völlig harmlose Schmerzen, die von selbst und ohne Folgen wieder verschwinden, aber das sind doch die Ausnahmen. In der Regel ist es so, dass kranke Zähne eher zu spät als zu früh wehtun. Wenn die Sache keinen Aufschub duldet, zögern Sie nicht, Ihren behandelnden Zahnarzt oder auch den Notdienst anzurufen. Für kurze Zeit können Sie sich sicher mit Schmerztabletten helfen. Zur Differenzierung: Schmerzen, die nur kurz auf einen Reiz hin auftreten, also etwa auf Kälte, Säure, Süsses oder Wärme, können durchaus harmlos sein. Hier vermeiden Sie einfach den entsprechenden Reiz und machen sich einen Termin bei Ihrem Zahnarzt aus. Eventuell war´s nur ein empfindlicher Zahnhals. Vielleicht aber findet er auch ein Loch oder eine undichte Füllung und kann den Zahn dann hoffentlich noch lebendig erhalten. Ernster wird es eventuell bei druckabhängigen Schmerzen; hier könnte es sich leicht um einen bereits abgestorbenen Zahn handeln, um dessen Wurzelspitze herum sich eine Knochenentzündung bildet. Aber auch einfach ein eingebissener Speiserest kann die Ursache sein. Bei autonomen Schmerzen, die einfach von selbst kommen und lange anhalten, kann leicht der sogenannte Zahnnerv, die Pulpa schon unheilbar krank sein, sodass eventuell eine Wurzelkanalbehandlung erforderlich ist. Am ernstesten zu nehmen sind Schmerzen, die mit dem Herzschlag pochen, speziell, wenn sie mit einer Schwellung und vielleicht mit Fieber verbunden sind. Das klingt nach einem beginnenden Abszess, also einer Eiteransammlung im oder am Kiefer. Beschreiben Sie Ihren Schmerz sachlich: Seit wann? Von alleine? Wie lange? Wie stark? Wann? Auslöser, Verstärker oder Linderer: Kälte, Wärme, Druck, Süss, Säure? Qualität ziehend, drückend, bohrend, pochend? Immer an einem genauen Ort? In einer grösseren Region? Mit diesen Angaben kann ein erfahrener Zahnarzt meist schnell zur Ursache vordringen und sicher helfen! 
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Was kann man gegen Mundgeruch unternehmen?  
Die verbreitete Annahme, schlechter Atem komme vom Magen, stimmt so gut wie nie. Mundgeruch kommt fast immer von Bakterien, die in den tiefen Krypten der Zunge, des Rachenraumes und vor allem in tiefen Zahnfleischtaschen angesiedelt sind. Dort produzieren sie unter anderem meist schwefelhaltige Verbindungen, die den typischen schlechten Geruch verursachen. Da sie aber neben dem schlechten Geruch auch massenweise Bakteriengifte erzeugen, sollten man den Mundgeruch als Indikator für ein dringend lösungsbedürftiges Problem ansehen, denn die ständige Auseinandersetuzung des Immunsystems und des Stoffwechsels mit aggressiven Bakterien und deren Giften belastet spezifisch oder unspezifisch die Allgemeingesundheit. Der üble Duft lässt unmittelbar verstehen, wie unpassend solche Untermieter im Inneren des Körpers sind. Die Therapie kann demnach sicher nicht in der Anwendung von Mundwässern bestehen, die den Geruch z.B. mit Pfefferminze übertünchen oder auch oberflächlich desinfizieren. Die konkrete Ursache muss ergründet und dann direkt angegangen werden. Wenn es wie meist die Parodontitis ist, also eine mehr oder weniger tiefe Taschenbildung am Zahnfleischrand, kann der erfahrene Parodontologe zuverlässig helfen. Massnahmen sind hier zunächst die Professionelle Zahnreinigung, die genaue Befunderhebung mit DNS-Probe der beteiligten Bakterien, Messung von Taschentiefe, Hygiene- und Blutungsindex und weitere Befunde, dann die in der Regel konservative, also unblutige Zahnfleischbehandlung, eventuell mit Einsatz spezifischer Antibiotika, und nur in hartnäckigen Fällen auch eine örtliche Zahnfleischoperation.  
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Können Entzündungen im Mund auch auf andere Organe übergehen?  
Selbstverständlich ja! Es ist eher ein Wunder, dass das nicht viel häufiger und drastischer geschieht - oder muss man sagen: nicht mehr geschieht? Denn noch bis in die erste Hälfte des vergangenen Jahrhunderts war es keine Seltenheit, dass Menschen an Infektionen gestorben sind, die sich vom Zahn ausgehend im Körper verbreitet haben: Blutvergiftung hiess das, Sepsis, also Bakterienaussaat und Vermehrung im Blut war der Mechanismus. Etwa bei der Parodontitis steht der bakterielle Zahnbelag in direktem Kontakt mit einer entzündeten, also nicht geschlossenen Bindegewebsoberfläche, wodurch Bakterien und Bakteriengifte ständig in die Blutbahn geraten. Bis zu einem gewissen Grad kann ein gesundes Immunsystem das zunächst unter Kontrolle halten, aber mit der Zeit siegen doch immer wieder die Kleinen über die Grossen: Der Infektionsdruck verstärkt sich mit fortschreitender Taschentiefe, das Immunsystem lässt altersgemäss und belastungsbedingt irgendwann nach oder ist gerade dringend mit einem banalen Schnupfen beschäftigt, und schon können sich doch erste Bakterienkolonien an den Herzklappen, in den Blutgefässen, in den Nieren festsetzen. Und wenn irgendwann die Summe der Belastungen zu einer angeschlagenen oder ruinierten Gesundheit geführt haben, denkt in der Regel keiner daran, dass die Zähne vielleicht eine zentrale Ursache waren! Konkrete Zusammenhänge sind unter heutigen Umständen für die 10-fach gesteigerte Säuglingssterblichkeit bei Müttern mit Parodontitis und für 7-fach häufigeren Herzinfarkt von Parodontitis-Kranken bekannt.  
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Vorsorge  
 
Soll mein Kind Fluorid-Tabletten nehmen?  
Viele sagen ja, weil schulmedizinisch gesehen wissenschaftlich keinerlei schädliche Nebenwirkungen erwiesen sind, die karieshemmende Wirkung aber zweifellos besteht. Andere, mehr naturheilkundlich orientierte Zeitgenossen haben da ihre Zweifel, weil aus prinzipiellen Gründen niemals die Unbedenklichkeit von irgend etwas nachgewiesen werden kann. Wie dem auch sei, auf der einen Seite ist sicher, dass im Meerwasser, aus dem letztlich alles Leben stammt, genau die Fluorid-Konzentration herrscht, die für den Menschen als optimal erachtet wird, die im Trinkwasser aber fehlt. Zweitens hilft gegen Karies aber auch die rein örtliche Fluoridierung durch Zahnpasten und professionelle Anwendungen, ohne dass das Fluorid sich im ganzen Körper verteilt. So gesehen: Es geht locker auch ohne! 
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Gibt es ein „Zuviel“ an Zahnpflege?  
Eindeutig ja! Und das Spannende ist, dass es in manchem Mund ein direktes Nebeneinander von zuviel und zuwenig gibt, ganz wie im richtigen Leben! Eigentlich ist alles ja ganz einfach: Beim Putzen soll jede Stelle ganz sauber werden. Dabei ist aber das „ganz sauber“ meist weniger das Problem als „jede Stelle“, also zum Beispiel tief im Zahnzwischenraum. Denn wenn man hier erst einmal drankommt, etwa mit der Zahnseide, muss diese nur noch um den vorderen, dann um den hinteren Zahn spannen und jeweils fünfmal hoch und runter fahren, das war´s. Aber es hilft eben garnichts, wenn man zehnmal statt fünfmal die gerade gespannte Zahnseide bewegt, die sich dann nicht flächig, sondern nur strichförmig anlegt. Eine Stelle, die einmal sauber ist, kann nicht sauberer werden, sie kann nur noch unnötig abgescheuert werden. Ein typisches Zuviel ist der abgewetzte Zahnhals, speziell bei gesundheitsbewussten, sportlichen Menschen, die gern viel Früchte essen und die Mundhygiene erst nehmen - allerdings vielleicht mit einer etwas forschen, grossen Bürstenbewegung, die mit den Jahren viel Substanz abschleift. Aber im Grossen und Ganzen seinen Sie unbesorgt. Das Zuviel ist die krasse Ausnahme, Ihre Zahngesundheit ist bedroht vom zu wenigen und vor allem vom ineffektiven Putzen. 
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Soll ich Süsses verbieten?  
Für Sie mag es etwas ungewöhnlich klingen: Es ist es kein Problem, sich auch mal an Süssem so richtig sattzuessen: Für die Kariesbakterien, die trotz guter Mundhygiene im Kindermund als Zahnbelagsreste verblieben sind, reicht das allererste bisschen Schokolade, Cola, Ketchup oder Milch, um sich vollständig mit Zucker zu sättigen. Ein Schwamm kann in der Badewanne auch nicht nasser werden als im Waschbecken, und was Ihr Kind nach dem ersten Bissen oder Schluck noch an Zucker zu sich nimmt, spielt vielleicht für die schlanke Linie und die Gesundheit eine Rolle, aber nicht mehr für die Karies: Hier zählt nur, wie oft die Bakterien ihr Lieblingsmenü bekommen. Denn Sie wissen ja, jedesmal nach Zuckerzufuhr gibt es bis zu zwei Stunden aggressive Säurebildung in der Plaque. Auch Kinder, die nicht ausgesprochen „Süsse“ sind, können leicht Karies bekommen, wenn die Zahl von Zwischenmahlzeiten zu gross ist. Denn Zucker ist praktisch allgegenwärtig, sei es in Milch, Saft, Weissbrot, Ketchup, Honig oder Obst. Denken Sie daran, nicht die Menge zählt, nur die Häufigkeit! Alle zwei Stunden ein bisschen Zucker genügt, jedem Zahn auf die Dauer den Garaus zu machen. Also ganz klar: Lieber zu den Hauptmahlzeiten und gelegentlich zwischendurch Zucker, soviel das Herz begehrt und eine gesunde Ernährung erlaubt, dann aber auf die kleinen Snacks zwischendurch verzichten... 
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Welche Zahnpaste ist die beste?  
Ziel der Mundhygiene ist primär, die bakterielle Plaque, den Zahnbelag möglichst vollständig zu entfernen. Da dies immer nur näherungsweise gelingt und also Plaque übrigbleibt, ist das sekundäre Ziel, die Folgen der Bakterienwirkung zu mildern, also sowohl Zähne als auch Zahnfleisch vor der Säure und den Bakteriengiften zu schützen. Also der Reihe nach: Das Wegputzen des Zahnbelags ist eine rein mechanische Aufgabe. Alle Versuche, den Bakterienfilm etwa durch Desinfizierende Medikamente unschädlich zu machen oder ihn gar chemisch aufzulockern und abzulösen, sind gründlich gehlgeschlagen. Es bleibt nur der optimale Kompromiss zu suchen zwischen Effektivität und Zahnschonung. Heute übliche normale Zahnpasten sind hier alle unbedenklich zu empfehlen. Vorsicht ist geboten bei Pasten, die besonders weisse Zähne versprechen. Denn hier werden gern übertrieben aggressive Putzkörper verwendet, die auf die Dauer zu verstärkter Zahnabnutzung führen. Die Desinfektion, also die chemische Reduzierung der Keimzahl, ist nicht nur für die verlangsamte Neubesiedlung der gerade geputzten Zahnflächen hilfreich, sondern auch dafür, dass die Zahnbürste selbst nicht zur Keimschleuder wird und sich bis zur nächsten Benutzung die Bakterien auf der feuchten Zahnbürste vermehren. Wichtigster chemisch wirksamer Inhaltsstoff ist aber das Fluorid, denn es stärkt die Widerstandskraft des Zahnes gegen die Säuren und wirkt damit der Karies entgegen. Alle heute üblichen Zahnpasten - mit bewussten Ausnahmen - haben eine angemessene Konzentration verschiedener Fluoride. Dabei gibt es Unterschiede im einzelnen, aber regelmässig und ausführlich genug angewendet, sind alle wirksam. Deshalb ist bei allem Bemühen um die beste Formel für Sie wichtig, dass Ihnen die Zahnpaste nicht etwa wegen des Geschmacks, des stumpfen Gefühls oder des Schaums wegen unangenehm ist. Denn das würde die regelmässige gründliche Anwendung nur allzuleicht gefährden...  
Eine Fülle von Hilfsstoffen ist für Benetzbarkeit, Schaum, Haltbarkeit, Konsistenz und Geschmack, aber auch für das Puffern von Kariessäuren zuständig. Inwiefern es Sinn macht, etwa mit Vitaminen die örtliche Zahnfleischheilung zu fördern, sei dahingestellt, da saubere Verhältnisse von sich aus zu gesundem Zahnfleisch führen.  
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Brauchen Knirscher eine Schiene?  
Vielleicht vorübergehend, aber sicher nicht als einzige Massnahme und für die Dauer! Denn: Knirschen ist keine Diagnose, sondern ein Symptom, nämlich das Geräusch, das beim kraftvollen Reiben der Zähne aufeinander entsteht. Es eine keineswegs zwangsläufige Begleiterscheinung des kraftvollen Leer-Beissens, der sogenannten Parafunktionen, bei denen bis 15 mal mehr Kraft entfaltet wird als beim Kauen. Eine Schiene kann da in der Regel nur vorübergehend Erleichterung verschaffen, bis sich der Körper an den Schienenbiss gewöhnt hat und der Patient auf der Schiene genauso stark drückt und reibt wie zuvor auf eigenen Zähnen. Die Schutzwirkung kann also auf Dauer allenfalls die Zahnabnutzung betreffen, aber nicht die überlasteten Kaumuskeln und Kiefergelenke. 
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Wann gibt´s endlich den schmerzfreien Bohrer?  
Gibt´s schon lange, taugt aber nichts! Einmal gibt es ein chemisches Verfahren, die Karies aufzulösen und dann auszulöffeln. Dafür muss aber in der Regel erstmal der Zugang zu der meist unter der Oberfläche wie ein Pilz ausgebreiteten Kaverne durch Abtragen mit konventionellem Bohrer geschaffen werden. Dann muss in der Tiefe bis auf´s Gesunde ausgesäubert werden. Und da ist es nun mal empfindlich. Wenn Sie sich also erst nach langem Mühen und Schmerz-Wegdrücken für den letzten Rest noch eine Betäubung geben lassen wollen… Oder die Laser-Methode: Zwar geht´s hier wie in der Hexenküche geheimnisvoll und mit rotem Licht zur Sache, aber allein ein für die perfekte Füllung nötiger sauberer glatter Schmelzrand  lässt sich nur mechanisch schleifen. Also auch hier wieder: Wenn´s ernst wird, kommt doch wieder die Betäubung. Also: Warum nicht gleich? Es ist bei gekonnter Technik so gut wie schmerzfrei, billig und einfach gut! Und Ozon? Ordentlich (teuer) für wenige Situationen. Schon viel besser: Intensivdesinfektion für alle Frühdefekte, wo der Schmelz noch nicht eingebrochen ist. 
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Zahnfleisch  
 
Ist Zahnfleischbehandlung unter Marcumar möglich?  
Nicht nur möglich, sie ist gerade bei gesundheitlich Gefährdeten umso eher notwendig. Denn für die Allgemeingesundheit, speziell etwa das Risiko eines Herzinfarkts, ist die Parodontitis eine ganz erhebliche Belastung. Allerdings muss je nach verwendeter Methode gegebenenfalls der Arzt, der die Blutgerinnung überwacht, vorübergehend die Medikation ändern. Im Allgemeinen kann man sagen, dass kleinere chirurgische Eingriffe, bei denen eine örtliche Blutstillung gut möglich ist, bei einem INR-Wert bis 3,5 oder Quick-Werten über 25% ohne wesentliche Gefahr durchgeführt werden können. Bei umfangreicheren Operationen sollte der INR-Wert unter 2,0 respektive der Quick-Wert über 30% liegen. 
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Das bisschen Zahnfleischbluten macht doch nichts?  
Naja, den Blutverlust können Sie verschmerzen. Aber ob die Entzündung so gesund ist, die zur Blutungsbereitschaft geführt hat? Zum einen hat sie örtliche Folgen, nämlich auf die Dauer nichts weniger als den Verlust von Zähnen durch tiefe Zahnfleischtaschen und Zahnlockerung. Und dann ist da noch der ganze Rest vom Menschen: Ihr Immunsystem ist unter Dauerstress, wenn es ständig gegen die Bakterieninvasion ankämpfen soll, und wenn die Bakterien vom Zahnbelag schliesslich doch in die Blutbahn eindringen, sind sie auf dem „Highway to Hell“, nämlich zum Beispiel zur Herz-Innenhaut, also zu den Herzklappen, zum Beispiel zu den Herzkranzgefässen, wo der Infarkt lauert, oder zum Beispiel in die Gebärmutter, wo vielleicht gerade neues Leben heranwächst. Höchst ungesund, das alles! 
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Es blutet! Putze ich falsch oder zu hart?  
Wahrscheinlich haben Sie nicht nur eine neue Bürste, sondern auch den guten Vorsatz, noch besser zu putzen als bisher, oder haben angefangen, Zahnseide oder Zwischenraumbürstchen zu verwenden, und statt dass jetzt alles gut ist, blutet es plötzlich mehr als je! Das ist die typische Situation, wenn durch Verhaltensänderung plötzlich Zahnfleischstellen erreicht werden, die bisher im Schatten lagen. Und das hatte zur Folge, dass genau hier eine örtlich eng umschriebene Entzündung entstanden ist, die jetzt zur Blutung bei der ungewohnten Berührung führt. Wenn Sie ein paar Tage durchhalten und kräftig weiterputzen, hat sich die Entzündung an der jetzt sauberen Stelle rasch zurückgebildet und es blutet nicht mehr. Es ist eine Papierwand, die Sie durchstossen müssen. 
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Aber ich putz´ doch gut?  
Dass Sie sich Mühe geben, ist allerdings mit Abstand das wichtigste! Wenn Sie sich aber klarmachen, wie viele versteckte Ritzen und Winkel es in Ihrem Mund gibt, wird Ihnen klar, dass das nicht so einfach ist mit dem Putzen. Es ist, wie wenn ein Blinder Hausputz macht: Es fehlt die Kontrolle, weil Sie in die hinteren und inneren Winkel nicht reinschauen und -fühlen können. Bis Sie ohne Sichtkontrolle sicher sein können, alle Winkel mit Zahnbürste, Zwischenraumbürste oder Zahnseide zu erreichen, müssen Sie oft und oft bei einer Professionellen Zahnreinigung die Rückmeldung und die Tips zur Technik bekommen haben. Aber Technik lässt sich lernen! 
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Muss eine Zahnfleischoperation wirklich sein?  
Grundsätzlich: Wenn nach erfolgreicher Zahnfleischbehandlung und trotz guter häuslicher und professioneller Hygiene sich hartnäckige Entzündungen halten, ist eine Operation angebracht. Ziel der Massnahme ist die Herstellung einer harmonischen Anatomie auf reduziertem Niveau. Idealerweise geschieht das Wiederherstellen einer gesunden Anatomie durch Aufbau verlorenen Knochens. Allerdings bleibt dies häufig Wunschtraum, nämlich dann, wenn ein mehr flächiger als kraterförmiger Abbau stattgefunden hat. In meiner Erfahrung - und nach namhaften wissenschaftlichen Empfehlungen - ist allerdings das Mittel der Wahl Eigenknochen ("nothing that comes out of a bottle"), nicht nur wegen der günstigeren Kosten, sondern vor allem wegen der optimalen Heilungsergebnisse. In der Nachbarschaft findet sich praktisch immer genug Spenderknochen, ohne eine zweite Wunde zu setzen. Wenn Aufbau nicht realistisch erscheint, kann der Knochenverlauf und anschliessend der Zahnfleischverlauf harmonisiert werden, ohne Knochenhöhe, also Zahnhalt zu opfern. Nur punktuell ist gelegentlich auch eine Reduktion der Knochenhöhe im Interesse eines harmonischen Randverlaufs erforderlich. Die richtige Indikationsstellung, die Schwierigkeit und die Komplikationsgefahr liegen hier in besonders hohem Masse an den individuellen Verhältnissen und besonders an der Erfahrung des Zahnarztes. Bei gleicher Ausgangslage kann die Prognose zwischen 40 und 98% liegen, je nach Operateur und Methode! 
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Implantate  
 
Wie lange halten Implantate?  
Die ältesten sind inzwischen über fünfunddreissig Jahre alt und sind damit noch keineswegs am Ende. Aufgrund umfangreicher Statistiken von zahlreichen verschiedenen Wissenschaftlern kann heute als Richtschnur gelten: Je nach Einsatzgebiet und Technik heilen 95 bis 98 % der frisch gesetzten Implantate im Knochen ein und sind der Kaubelastung gewachsen. Langfristig ist die Verlustgefahr weitaus geringer als bei allen anderen Zahnersatzmassnahmen: Nach 20 Jahren sind noch etwa drei von vier Implantaten in Funktion, was einer Verlustrate von lediglich ca. 1,5 Prozent pro Jahr entspricht.  
Erstes Jahr bei vorsichtiger Indikation: 98% Erfolg  
Erstes Jahr bei breiterer Indikation: 95% Erfolg  
Verlustquote langfristig: ca. 1,5 %  
Nach 20 Jahren noch ¾ Erfolge 
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Was gefährdet den Implantaterfolg?  
Im Nachhinein sind Misserfolge oft, aber längst nicht immer erklärlich: Die häufigste Ursache für Einheilungsstörungen ist die Restentzündung im Kieferknochen nach früher durchgemachter Krankheit wie vereiterter Wurzel oder chronischer Entzündung an toten Zähnen. Leider gibt es keine Methode, solche Altlasten sicher auszuschliessen. Entsprechende Befunde im Röntgenbild sind häufig uneindeutig. Die zweitwichtigste Ursache für Misserfolge ist die Periimplantitis, eine Infektion, die sich ähnlich wie bei der Parodontitis am Implantathals entlang in die Tiefe ausbreitet. Dies passiert besonders, wenn nicht ausreichend breites festes Zahnfleisch um den Implantathals liegt. Raucher verlieren bis sechsmal mehr Implantate als Nichtraucher!  Weitere Gefahren liegen in einer übermässigen Belastung und in mechanischem Versagen einer Schraubverbindung. Allergien gegen Titan kommen nicht vor. 
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Wie kommt es zu einer Periimplantitis?  
Bakterien lagern sich am Implantathals an und können bei unzureichender Zahnreinigung zu einem Biofilm reifen, der durch die Ausscheidung von Bakteriengiften zu einer Entzündung im Zahnfleischansatz führt. Bei längerer Zeit ohne ausreichende häusliche und Professionelle Zahnreinigung greift die Entzündung auf tiefere Schichten über, wo sie dann durch verbesserte Hygiene allein nicht mehr zu beherrschen ist. Schliesslich greift sie den Knochen an und führt auf die Dauer zum Implantatverlust. 
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Sind Implantatschraubenbrüche vermeidbar?  
Ja, fast immer sind sie ein Zeichen unzureichender Nachsorge oder unzureichender Planung oder Ausführung der Implantation oder der prothetischen Versorgung. Insbesondere das Verhältnis der auftretenden Belastungen zu einer zu geringen Anzahl von Implantaten oder ein ungünstiger Kraftwinkel bei schlechter Positionierung sind für Schraubenbrüche kritisch. Bei vielen Implantatsystemen ist die Stabilität von einer hohen Verspannung von Aufbau und Implantat durch die Schraube abhängig. Anders ist bei modernen Systemen, bei denen eine röhrenartige Konstruktion nur noch das Fixieren in der Position durch eine Schraube verlangt. Bei Integralimplantaten ohne Schraube entfällt das Problem vollständig. 
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Was kann ich zum langen Implantaterfolg beitragen?  
Das wichtigste: Kompromisse in der Planung können teuer werden! Die Zahl von erforderlichen Implantaten sollte möglichst unter statischen und nicht primär unter Kostengesichtspunkten gewählt werden. Bei der Wahl des Implantatsystems sollte auf eine stabile moderne Verbindung zwischen Implantatkörper und Aufbauteil geachtet werden. Bei vielen Systemen müssen die Halteschrauben enorme Kräfte aufbringen, statt dass eine röhrenartige grossflächige Verbindung Stabilität gewährt. Statisch am besten sind natürlich Integralimplantate aus einem Stück. In der Erhaltungsphase ist die häusliche und die regelmässige Professionelle Zahnreinigung mit zahnärztlicher Kontrolle entscheidend. Kraftvolles Leer-Beissen = Parafunktion muss nach Möglichkeit behandelt werden.  
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Welches Implantatsystem ist das beste?  
Die eierlegende Wollmilchsau natürlich! Bis die erfunden wird, gibt es für jede Situation verschiedene Vor- und Nachteile, die gegeneinander abgewogen werden müssen, und zwar von einem sowohl im chirurgischen wie auch im prothetischen Aspekt erfahrenen Fachmann, der auch tatsächlich mit mehreren Systemen parallel arbeitet und langjährige Erfahrungen gesammelt hat. Dabei muss er Unterschiede bezüglich Grundform, Länge und Durchmesser, Oberflächenbeschaffenheit und Konstruktion der Aufbau-Verbindung berücksichtigen und für jede individuelle Situation den richtigen Typ aussuchen. Wichtige Faktoren dafür sind: Dimension und Dichte des vorhandenen Knochens, evtl. Möglichkeit des Knochenaufbaus mit verschiedensten Methoden, prothetisch zu erwartende Kräfte, kosmetische Gesichtspunkte und die Hygienefähigkeit. Neuerungen als Fortentwicklungen von Bewährtem sind optimistischer zu beurteilen als das Vorstürmen auf unbekanntes Neuland, wie etwa Vollkeramik-Implantate.
Aber: Auch mit  Leonardo da Vincis Pinsel malt Joseph Beuys immer noch nicht wie der Meister! 
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Werden Implantate auch vom Körper abgestossen?  
Nein!  
Von einer Abstossungsreaktion spricht man in der Medizin, wenn ein vom Immunsystem als fremd erkanntes Material aktiv bekämpft wird. Anders verhält es sich bei sogenannten inerten Stoffen, also solchen, die keinerlei Wechselwirkung mit der Umgebung eingehen. Solche werden, solange sie nicht mechanisch stören, einfach im Körper mit Bindegewebe umwachsen und koexistieren in Frieden. Implantate bestehen aus reinem Titan, einem grauen, zähen Metall, das nicht nur in der gesamten Verwendungsgeschichte niemals eine allergische Reaktion ausgelöst hat, sondern im Gegensatz zu den inerten Materialien wie etwa Gold sogar ausgesprochen körperfreundliche, insbesondere knochenfreundliche Eigenschaften hat. Dies führt dazu, dass der Knochen direkt, also ohne Zwischenschicht von Bindegewebe, am Implantat festwächst. Es ist also nicht einfach die mechanische Verklemmung, wie beim Nagel oder der Schraube in der Wand, sondern die Verwachsung ist so fest, dass es praktisch unmöglich ist, sie zu trennen. Wenn einmal ausnahmsweise ein Implantat nicht „angeht“, hat das andere Ursachen, die in der örtlichen Knochenqualität, in Spannungsverhältnissen, in einer ungewollten Mikrobewegung bei Frühbelastung oder in einer Infektion zu suchen sind oder auch mit einem gestörten Stoffwechsel zu tun haben können. Am gefährlichsten ist allemal die Infektion, sei es im Frühstadium, sei es insbesondere bei Hygieneproblemen am Zahnfleischrand.  
  
  
  
   
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